Ohne Ergebnis…

Moin Ihr Lieben,

auch über diesen Beitrag habe ich lange nachgedacht und war mir nicht sicher wie ich das alles verfassen soll. Meine Gedanken sind dazu zwar geordnent, aber dennoch ist es nicht unbedingt ein leichtes Thema.

Wie Ihr ja wisst, haben Dan und ich einen Termin in der Kinderwunschklinik in Hamburg gehabt, bei dem uns nahe gelegt wurde eine Gebärmutterspiegelung durch führen zu lassen. Ich war damit völlig überfordert und fühlte mich ziemlich allein mit meinen Gedanken neben Dan. Das ganze Thema führte immer wieder zu Unzufriedenheit und Ärger zwischen uns. Mir ging es nicht gut und bereute zwischenzeitlich sogar den Termin zum Gespräch ausgemacht zu haben.

Es musste dennoch eine Lösung gefunden werden. Doch wie sollte diese aussehen? Dan musste Ende Februar Anfang März für zwei Wochen schon nach Köln zur Einarbeitung. Denn diese Köln-Geschichte stand auch noch an und engte mich ziemlich ein. Ich habe mich belesen, was diese ganzen Verwachsungen und Vernarbungen angeht. Bin in Foren rumgeirrt um mich zu informieren und habe nach möglichen Experten gesucht. Ich bin im Laufe meiner Recherche auf eine Tagesambulanz im schönen Altona gestoßen und dachte für den Fall der Fälle, dass das meine Adresse sein wird.

Ich fühlte mich ein wenig erleichtert, ein wenig sicherer und ringte mich dazu durch einen Termin für die Spiegelung auszumachen. Natürlich fiel der Termin in die Woche wo Dan nicht dabei sein konnte. Nun gut – auch dafür wird es eine Lösung geben und diese Lösung war direkt da. Ich erzählte meine Freundin Bea kurzer Hand von dem Termin und sie hat sofort geschaltet. „Dan ist da ja schon in Köln, aber weißt Du was? Ich komme einfach mit! Ich klär das, dass die Kinder mittags nach Hause kommen und bin dann bei Dir! Wann soll ich da sein?“ Ihre liebevolle Art und zu wissen das sie für mich da ist ohne das ich nachfragen brauchte hat mein Herz schneller schlagen lassen. So viel Warmherzigkeit konnte auch (fast) nur von Bea kommen. Ich war erleichtert, sehr erleichtert. Ich wusste, dass egal wie es mir anschließend geht sie für mich da ist und ich auch meinen Emotionen freien Lauf lassen konnte.

Am Tag des Termins war mein Kind morgens mit Fieber und einer Mandelentzündung aufgestanden. Na toll, der Tag konnte nur besser werden. Ich musste bis mittags arbeiten und somit kam die Oma zu uns. Mittags ging es schnell noch mal nach Hause, schaute nach meinem kranken Hascherl und machte mich fertig für den Termin. Oma hatte inzwischen mit Opa getauscht und ich konnte beruhigt los. Bea wartete auch schon auf mich. Auf der Fahrt quatschten wir und ich war relativ entspannt. Ich hatte gar keine Angst vor der Untersuchung, sondern wie immer vor dem Ergebnis. Schließlich wäre es alles andere als schön mit 29 zu erfahren, dass man keine Kinder mehr kriegen könnte. Aber gut soweit waren wir noch lange nicht.

In Hamburg angekommen gingen wir direkt zur KiWU-Klinik. Ich meldete mich bei der Sprechstundenhilfe an, die uns für kurze Zeit ins Wartezimmer schickte. Nach kanppen 10-15 Minuten Wartezeit wurde ich aufgerufen. Japp – ab da war ich aufgregt! Und nicht nur das – ich hatte Angst! An der Tür zum Behandlungsbereich bekam ich Hauben für die Schuhe, denn alles war steril! Der Geruch von Desinfektionsmittel stieg mir in die Nase und war mir durch aus vertraut. Ich folgte der Arzthelferin und ging an Räumen vorbei, in denen unter anderem künstliche Befruchtungen stattfunden. Ich betrat den Raum und der Professor begrüßte mich freundlich. Er wies mich kurz in die Untersuchung ein und zeigte mir wo ich mich umziehen konnte. Mein Herz schlug die ganze Zeit so schnell und meine Nervosität stieg stetig an.

Ich setzte mich auf den Stuhl und ließ die Untersuchung über mich ergehen. Ich merkte ziemlich schnell, dass das wirklich nicht weh tat und auch gar nicht schlimm war. An meiner rechten Seite, war der Monitor und ich konnte alles live mitsehen. Als Medizinfreak wie ich einer bin, war es sogar sehr interessant sich selber mal von innen zu betrachten. Der Professor erklärte die ganze Zeit die Dinge die er tat und war wirklich sehr nett. Die Details erspare ich Euch. Es ging alles wahnsinnig schnell. Nach der eigentlichen Spiegelung wurden die Eileiter auf ihre Durchgängigkeit geprüft. Auch das war überhaupt nicht schlimm. 2 Minuten später war alles vorbei und ich durfte mich wieder anziehen.

Beim Verlassen des Raumes sagte der Professor, dass alles in bester Ordnung sei und keine Auffäligkeiten vorhanden wären! Mir fiel ein Stein vom Herzen. Die ganzen Wochen voller Aufregung, Ärger, Ängsten und Unsicherheiten waren für eine 5-minütige Untersuchung mit dem Ergebnis das alles super sei völlig umsonst gewesen. Mir wurde noch kurz Blutdruck gemessen und dann konnte ich auch schon wieder los. Ich ging mit schnellen Schritten ins Wartezimmer. Mein Lächeln hatte mich schon verraten und Bea nahm mich in die Arme. Ich war so erleichtert, dass mir ein zwei Tränchen über die Wangen kullerten. Dan habe ich kurzer Hand angerufen und ihm die Neuigkeiten erzählt. Auch er war erleichtert und freute sich. Jetzt stellte sich aber die Frage: WAS NUN?

Zur Feier des Tages sind Bea und ich noch zu Wonder Waffel gegangen und haben noch ganz viel erzählt. Auf dem Nach-Hause-Weg merkte ich dann ein leichtes Ziehen im Unterbauch. Das sollte aber auch normal sein. Gegen Abend hatte ich ganz leichte Bauchschmerzen, ähnlich der Ankündigung der Tage. Alles halb so schlimm.

Ich machte ein Termin für ein telefonisches Gespräch mit unserem Dr. G. aus, um alles noch einmal zu besprechen. Das Gespräch war eine Woche später als die Spiegelung und selbstverständlich während meiner Mittagspause auf der Arbeit. So what ging ja nun nicht anders. Auch Dr. G. sagte noch einmal sehr eindringlich das alles in bester Ordnung sei und wir uns keine Gedanken machen sollten. Für eine künstliche Befruchtung oder eine Insimination würde er uns nicht sehen und meinte wir werden auch eine spontan Schwangerschaft erzielen. Manchmal benötigt so etwas eben Zeit.

Hormonstatus, Durchgängingkeit der Eileiter, die Gebärmutterspiegelung, das Spermiogramm, Ultraschalluntersuchungen alles ohne Befund. Es scheint so als würde es noch nicht die richtige Zeit sein, dass wir unser Baby empfangen können. Inzwischen sehen wir das ganze völlig entspannt und glauben beide, dass es einfach unfassbar viele Unsicherheiten in unserem Leben in letzter Zeit gab.

Bleibt Dan beim Bund? Köln – Koblenz, wo geht die Reise hin? Wird Dan eine passende Wohnung finden? Schichtdienst und unzufriedene Arbeitssituationen auf meiner Arbeit. Ein Schultermin nach dem nächsten. Alles war in letzter Zeit sehr viel. Viele neue Situationen kamen auf uns zu. Fragen, deren Antwort wir nicht kannten und die geklärt werden mussten. Wir denken, dass das eine Unmenge dazu beigetragen hat, das es nicht klappen sollte. Jetzt wo wir viele Dinge klären konnten und wir bald unseren Ryhtmus finden werden, denke ich das es nicht mehr lang auf sich warten lässt. Und wenn doch? Dann ist es eben auch so und wir genießen unsere Zeit zu dritt.

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Man kann den Wind nicht ändern – man kann nur die Segel anders setzen

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein wundervolles Wochenende und lasse die Dinge auf mich zu kommen!

Eure Tanja

Termin Kinderwunschklinik

Moin Ihr Lieben,

nun ist der Termin in der Kinderwunschklinik schon fast 3 Wochen her. Wer mich bei Instagram verfolgt hat, weiß wie ich mich danach gefühlt habe. Ich brach in ein gedankliches Chaos aus und ziehte mich zurück. Warum? Das will ich Euch heute erzählen.

In meinem letzten Beitrag über unseren unerfüllten Kinderwunsch, habe ich noch ganz stolz gesagt, dass wir uns auf diesen Weg freuen. Das stimmte so auch voll und ganz nur war mir nicht klar was hinter „diesem Weg“ steckt! Aber von Anfang an.

Wir sind morgens zu unserem Termin in die Amedes Klinik nach Hamburg gefahren. Meine Aufregung hielt sich in Grenzen. Was sollte auch passieren? Immerhin wusste ich, dass es erstmal nur ein Gespräch sein wird. Wir wussten auch gleich wo wir hin mussten und wurden sehr freundlich empfangen. Die Dame an der Anmeldung schickte uns weiter zu unserem persönlichen Arzt Dr. G. Ein junger sympathischer Arzt begrüßte uns.

Zu vor hatten wir jeweils einen Fragebogen von 5 Seiten zu geschickt bekommen, welche wir im Schnelldurchgang besprochen haben. Wir sprachen über unsere Geschichte, über die Fehlgeburt und die OP. Die mitgebrachten Befunde (OP-Bericht, Labor und Spermiogramm) waren alle nicht wegweisend. Bis lang gab es auf dem ersten Blick keinen Grund wieso es nicht klappt mit dem Schwanger werden. Auch die Frage hinsichtlich Stress wurde von dem Arzt dementiert. Eine gewisse Zeit ist es möglich das Stress ein Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch ist, aber eben nicht über einen Zeitraum von 1 1/2 Jahren.

Dr. G. erklärte uns die nächsten Schritte. Ein normaler Ultraschall wurde direkt vor Ort gemacht, genauso wie eine Blutentnahme bei mir, wo alle erdenkliche Hormone gecheckt werden sollte. Alles keine große Sache. Doch das war nicht alles.

Auf einmal kam eine Theorie auf den Tisch, mit der ich überhaupt nicht klar kam. Es hieß, dass sich Vernarbungen oder Verwachsungen nach der OP der Fehlgeburt gebildet haben könnten. Vernarbungen? Verwachsungen? Bei mir? Ein wirklich unschöner Gedanke. Mein medizinisches Wissen brach durch und ich bin die dafür sprechenden Symptome durchgegangen und nichts sprach dafür, dass ich so etwas haben könnte. Den ich hatte kein einziges Symptom!

Vor uns lagen die Aufklärungsbögen für eine Hysteroskopie (eine Gebärmutterspiegelung), sowie die Überprüfung der Durchlässigkeit der Eileiter. Auch das hielt ich für absolut unwahrscheinlich, dass da der Grund liegen sollte. Immerhin habe ich ein gesundes Kind und war auch danach schwanger geworden. Es war unfassbar viel für mich! Viel Input, viele Dinge an die ich bis lang nicht gedacht habe und von deren Existenz ich auch gar nicht überzeugt war. Zumindest nicht in meinem Körper! Doch wie sollte es nun für uns weiter gehen?

Wir entschieden uns die Blutergebnisse ab zu warten und dann neu zu überlegen. In meinem Kopf schwirrten so viele Dinge rum, die ich nicht zu ordnen konnte. Ich wollte doch eigentlich nur meinen Hormonstatus überprüfen lassen und jetzt auf einmal stand eine Gebärmutterspiegelung im Raum. Auf dem Weg nach Hause redeten wir gar nicht so viel darüber. Wir wollten es erst einmal sacken lassen.

Die Tage drauf diskutierten Dan und ich sehr umfangreich darüber. Er wollte das ich die Spiegelung machte und ich hatte enorm große Zweifel was das anging. Was ist wenn sie etwas finden? Wenn das was gefunden wird, weg gemacht werden müsste. Ein Eingriff für ein Kind? War der Wunsch nach dem gemeinsamen Kind inzwischen nicht mehr so groß, wenn ich all das über mich ergehen lassen soll? Fragen über Fragen…

Am Dienstag drauf kam der ersehnte Anruf und im Stillen hatte ich immer noch gehofft, dass es doch nur ein Hormon ist, was im Ungleichgewicht ist oder fehlte. Aber auch die Werte waren einwandfrei. Da stand ich nun. Draußen vor der Klinik, denn ich war auf der Arbeit, es war kalt und ich wusste nicht wie es weiter gehen sollte. Für mich stand lediglich fest, dass ich keine Spiegelung machen lassen will. Aber was dann? Dan müsste auf seinen Kinderwunsch komplett verzichten, weil ich da nicht mitgehe? Würde das unsere Beziehung aushalten? Immerhin bin ich diejenige, die ein Kind hat und somit auch alles viel entspannter sehen kann.

Ich erzählte ihm von meinen Ängsten, meinen Zweifeln, meine Bedenken doch er verstand mich in keiner Weise. Logisch, denn für ihn waren das normale Procedere. Für mich aber, die das ganze Hintergrundwissen hat und auch weiß wie es in einem Krankenhaus zu geht oder bei einigen Untersuchungen, war es der blanke Horror. Mir war zum Heulen. Ich suchte das Gespräch mit den Ärzten aus meiner Abteilung mit meinen Freundinnen und betete zu Gott.

Die Angst die Diagnose zu bekommen, dass ich mit Ende 20 vielleicht keine Kinder kriegen kann wäre unfassbar schmerzlich. Die Bedenken, dass etwas gefunden wird, was entfernt werden muss und die damit verbunden Risiken sind einfach zu groß. Gibt es (k)eine Alternative? Dan und ich verstrickten uns so sehr das wir anfingen zu streiten. Na super! Das wo es doch um unseren großen Wunsch nach einem gemeinsamen Kind ging. Ich sprach das Thema nicht mehr an. Es war mir egal. Ich wusste nicht wie ich mit dem Ganzen umgehen sollte. Schlicht weg überforderte es mich.

Nun sind knapp 3 Wochen vergangen. Inzwischen hatte ich Zeit zum Nachdenken. Über die geführten Gespräche, über das was ich will, über das was Dan will und wie es für uns weiter gehen soll. Darf ich erwähnen, dass es nur noch wenige Wochen sind bis Dan seine 5 Jahre Köln antreten wird?! Jap – genau das macht die ganze Thematik überhaupt nicht einfacher.

Ich habe mich durch gerungen einen Schritt nach dem nächsten zu machen. Mich nicht vorher mit „Was wäre wenn“ oder „wenn dann“ verrückt zu machen. Ich entschied mich einen Termin für die Spiegelung zu machen. Dieser Termin wäre eigentlich heute gewesen. Ihr habt richtig gelesen – eigentlich! Mein Körper hat das alles so unter Stress gesetzt, dass er dafür sorgte das ich diesen Termin heute nicht wahr nehmen konnte und es somit am Dienstag statt finden wird. Inzwischen kann ich mich mit der Untersuchung ein wenig anfreunden. Das Dumme an der Sache ist nur, dass Dan ab nächster Woche auf Dienstreise ist und ich somit alleine dorthin gehen werde. Mehr oder weniger – meine Freundin Bea wird mich begleiten. Nur hatte ich gehofft, dass eben Dan an meiner Seite ist und nicht meine Freundin. Versteht mich nicht falsch, ich bin überglücklich nicht komplett alleine zu gehen und bin Bea auch unendlich dankbar das sie mich begleitet. Es ist jedoch trotzdem etwas anderes.

Das Ziel ist der Weg oder wie war das noch? Ich bin gespannt was dabei raus kommt und vorallem wie es weiter geht. Vielleicht ist unter Euch ja jemand der seine Geschichte auch teilen mag und mir schreiben möchte! Ich freue mich auf den Austausch mit Euch.

Bis bald,

Eure Tanja

 

Unser unerfüllter Kinderwunsch

Moin Ihr Lieben!

Vor genau 2 Jahren haben Dan und ich beschlossen, unsere Familie wachsen zu lassen. Damals waren wir beide sehr aufgeregt und voller Euphorie. Ich weiß noch wie ich wirklich ungeduldig auf das Zyklusende wartete und ziemlich enttäuscht war, wenn ich nicht das gewünschte Ergebnis bekommen habe. Nach dem 4. Übungszyklus hielt ich endlich einen positiven Test in der Hand. Doch diese Schwangerschaft sollte nicht lange andauern und das Glück stand nicht auf unserer Seite. Hier könnt Ihr die ganze Geschichte über unsere Fehlgeburt lesen.

Auch kurz nach der OP waren wir noch relativ euphorisch und dachten das es bald wieder klappen wird. Schließlich sagten alle in unserem Umfeld das es nach einer Fehlgeburt ganz schnell gehen würde, denn der Körper sei auf eine Schwangerschaft eingestellt. Zwei Monate nach der Fehlgeburt schrieb ich unsere Gedanken auf, welche den Kinderwunsch anging. Bitte hier entlang.

Inzwischen sind 2 Jahre vergangen seitdem ich die Pille nicht mehr nehme. 1 1/2 Jahre nach der Fehlgeburt und wir stehen immer noch am Anfang. Es gab in der Zeit Höhen und Tiefen. Emotionale Ausbrüche. Ganz große Zweifel und tiefste Traurigkeit. Viele Gepräche. Einige Untersuchungen und trotzdem ist nichts wieder passiert. Warum nicht?

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Ich habe versucht das Thema aus meinem Kopf zu bekommen – hat nicht geklappt. Ich bin losgezogen, ging feiern, habe wieder das eine oder andere Bier getrunken. Habe mich in meine Dienste in der Klinik gestürzt, habe mich für XLETIX angemeldet und wollte den Lauf unbedingt laufen. Ablenkung hatte ich genug. Ich wurde in Leons Schule zur 1. Vorsitzenden des Schulelterrats gewählt und hatte somit eine neue Aufgabe. Doch auch das hat uns nicht weiter geholfen.

Das einzige was ich in der ganzen Zeit bekommen habe und das von Monat zu Monat schlimmer wurde, war das PMS (Prämenstruelles-Syndrom). Das volle Programm eine Woche bevor ich meine Tage bekam. Morgenübelkeit, Spannungsgefühl in den Brüsten, extreme Müdigkeit und starke Stimmungsschwankungen. Das sollte und vorallem musste sich ändern, denn es ging mir nicht gut damit. Mein Umfeld hat auch jedes Mal in der Zeit sehr leiden müssen – Sorry aber für Hormone kann man bekanntlich nichts =)

Ich sprach mit meiner Gynäkologin und sie empfahl mir Mönchspfeffer. Dank meiner langen Googlerecherchen wusste ich, dass viele Frauen, die das genommen haben schwanger wurden. ABER (jede Sache hat ein Aber) man kann auch starke Nebenwirkungen davon bekommen. Ich holte es mir aus der Apotheke und war sehr skeptisch. Also stand diese kleine Flasche mit den Tabletten erstmal bei den anderen Medikamenten rum, ohne dass ich sie angefasst habe.

Wie ich ja in dem Beitrag über unsere Gedanken zum Kinderwunsch geschrieben habe, hatte ich alles weggeschmissen. Keine Folsäure, keine Ovulationstest, keine App und auch keine Tests, nichts mehr was irgendwie helfen könnte. Wir wollten ja auch Abstand zu diesem Thema haben. Unsere Gedanken sammeln und es auf uns zu kommen lassen.

Als wir im Herbst nach Dresden fuhren, hatte ich auf einmal das Gefühl ich muss das jetzt ändern. Ich ging in die Apotheke und holte mir die große Packung Femibion. Dan schaute mich an und fragte ob ich sicher sei. Ich antwortete ihm lediglich mit einem Ja.

Ich fing an die Tabletten relativ unregelmäßig zu nehmen. Als wir wieder Zuhause waren, haben Dan und ich geredet, mit dem Resultat das es ja nicht schaden kann Folsäure zu nehmen. Ich nahm zusätzlich auch den Mönchspfeffer und wartete eigentlich eher auf die Nebenwirkung. Fehlanzeige! Keine Nebenwirkungen, dafür ging das PMS zurück. An meinem Geburtstag bekam ich von meiner Freundin Dési eine ganz tolle Überrasschung. Ein ganzes Päckchen voller Folsäure und Femibion. Somit konnte ich ja nicht anders, als es weiter zu nehmen, wenn ich schon so liebevoll unterstützt werde. Somit gehören Folsäure und Mönchspfeffer seit knapp 3 Monaten zu meinem Frühstück dazu. Inzwischen hat Dan sich auch wieder die App runtergeladen und wir benutzen die Ovulationstest von Clearblue.

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Aber nicht nur das haben wir angefangen. Dan war zum Spermiogramm und hat sich durchchecken lassen. Ich habe regelmäßig beim Gyn Ultraschall machen lassen (und ja, das musste ich jedes Mal selber zahlen!), habe meine Schilddrüse überprüfen lassen und es ist alles in Ordnung. Somit standen Dan und ich vor der Frage: Wenn bei uns beiden alles in Ordnung ist, sich aber dennoch nach 1 1/2 Jahren nichts tut, woran liegt es?

Klar könnte man jetzt sagen, das wir zu viel Stress haben und uns zu viel Stress machen. Aber mal im Ernst, den Stress den ich jetzt habe den hatte ich vor 2 Jahren auch. Wenn es nicht sogar damals mehr war, weil Dan zu dem Zeitpunkt in Rostock war und nicht unbedingt an den Tagen, wo es wichtig gewesen wäre Daheim war. Also woran liegt es? Wir wissen es nicht, doch genau das wollen wir jetzt rausfinden. Aus diesem Grund haben wir in knapp einer Woche einen Termin in der Kinderwunschklinik. Wenn jemand dahinter kommen kann woran es liegt, dann die Spezialisten. Ich freue mich auf diesen Termin. Es fühlt sich so an als würden wir einen Schritt in die richtige Richtung gehen. Ich sollte vielleicht hier betonen, dass wir lediglich nur zur reinen Diagnostik gehen. Künstliche Schritte sind für uns noch gaaaaaaaanz weit entfernt.

Es war schon ein sehr merkwürdiges Gefühl, als ich die Überweisung in der Hand hielt und darauf Fertilitätsstörung stand. Ich wusste, dass das da drauf stehen musste, jedoch war das ein Diagnoseverdacht, an den ich nie gedachte habe. Immerhin bin ich nicht einmal 30 und war 2x schwanger, warum also sollte ich eine Fruchtbarkeitsstörung haben? Ich glaube, wenn die Ärzte in dem Zentrum uns sagen, das alles in Ordnung ist und wir einfach Geduld haben müssen, kann man damit besser umgehen und es in die Tat umsetzen, als würde man im Hinterkopf den Gedanken haben, es könnte ja doch eine Ursache geben.

Natürlich werde ich berichten was bei dem Termin rausgekommen ist und wie unser Weg zu unserem gemeinsamen Wunder weiter geht. Dan und ich freuen uns diesen Weg gemeinsam zu gehen. Ich kann auch gar nicht sagen, wie unsere Hoffnungen sind. Hoffen wir, dass sie was finden? Hoffen wir, dass sie nichts finden? Und wenn sie etwas finden, wie sieht es dann weiter aus? Therapie ja oder nein? Künstliche Befruchtung? Ist das wikrlich eine Option für uns? Darüber machen wir uns momentan eher noch nicht so Gedanken, sondern warten einfach auf den Termin und lassen es auf uns zu kommen.

So sieht unser Stand hinsichtlich Kinderwunsch aus. Ich werde Euch somit in nächster Zeit vermutlich immer mal wieder etwas darüber erzählen. Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir von Eurem Weg zum Wunschkind erzählt.

In diesem Sinne,

Eure Tanja

27.02.2017

Moin!

Ich habe lange überlegt, ob ich heute schreibe, ob ich die Kraft dazu habe, davon zu erzählen. Finde ich die passende Worte? Wie fühlt es sich an, wenn die Gefühle freien Lauf haben? Wie Emotional wird es werden?

Ich habe mich dazu entschieden, heute zu schreiben um den Tag zu verarbeiten. Um einfach auch das geschehene richtig hinter mir lassen zu können, abzuschließen, obwohl es gefühlt schon weit weg ist. Ich muss meinen Gefühlen, meine Gedanken, meine Emotionen und meinem Empfinden verarbeiten und da ich früher immer in solchen Momenten mein Tagebuch rausgeholt habe, ist aufschreiben die beste Therapie für mich. Versteht mich nicht falsch ich möchte kein Mitleid. Ich möchte einfach nur einen freien Kopf bekommen und meinen – im Kopf schwirrenden Dingen einen Raum geben.

Vor knapp 40 Wochen wurde der heutige Tag errechnet, an dem unser Baby geboren werden sollte. Heute wäre also der Entbindungstermin gewesen, von dem Baby, wo Mutter Natur sich gegen entschieden hat. Ich bin auch nach wie vor der Meinung, dass es einen Grund gab, dieses Baby nicht zu bekommen. Nur leider konnte ich die Entscheidung nicht selber fällen. Der 27.02.2017 (ich weiß Kinder kommen nicht immer pünktlich) sollte der Tag werden, an dem wir das Abenteuer Leben zu viert bestreiten, an dem Leon seine Aufgabe als großen Bruder angehen würde und wir hätten vor der Herausforderung Eltern zu sein gestanden. Doch nichts der gleichen ist heute.

Die Fehlgeburt ist 6 Monate her und ich bin nicht wie erwartet gleich wieder schwanger geworden. Zu viel selbstgemachter Druck, Zeitmangel und Stress haben dazu beigesteuert um es nicht zu werden. Fast jeder meinte ich würde schnell wieder schwanger werden, ich wäre ja jung und wüsste das es klappt. Um ehrlich zu sein, ich wollte es vorher auch nicht glauben, aber solche Sprüche sind einfach wirklich unpassend, weil sie einen unter Druck setzen, man sich darauf versteift das es doch schnell klappen muss.

Es gibt Tage an denen ich viel darüber nachdenke und die Welt unfair finde, auch wenn ich mich nicht sonderlich traurig dabei fühle. Es ist eher so, dass ich mir Gedanken gemacht habe, wie ich dem heutigen Tag entgegenwirke. Ich habe gestern Esmeralda gefragt was denn heute für ein Tag wäre, natürlich wusste sie es nicht und als ich es ihr erzählt hatte kam nur ein Hmm. Aber was genau habe ich auch erwartet? Habe ich erwartet, das meine Freunde an diesen Tag denken, mich in den Arm nehmen und mir aufbauende Worte sagen? Habe ich sowas wirklich gehofft? Wollte ich das überhaupt? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. (Da ich weiß, dass Esmeralda das ließt und bevor es zu Missverständnissen kommt NEIN es ist KEIN Vorwurf sondern einfach eine Darstellung meiner momentanen chaotischen Gefühlswelt!!! – Sweety ich liebe dich und weiß, dass ich immer auf dich zählen kann!)

Ich weiß, dass ich nicht drüber nachdenken sollte. Hätte hätte Fahrradkette oder wie heißt es noch so schön? Natürlich könnte ich heulend auf dem Sofa sitzen und den heutigen Tag verfluchen, aber mal im ernst – was bringt das? Ich bekomme die Schwangerschaft nicht wieder, ich werde dadurch nicht schneller schwanger und ich würde noch kaputter aussehen als ich es eh schon nach einem Spätdienst tue… Immerhin kann ich schwanger werden und das ist schon viel Wert, schließlich gibt es genug Frauen die nicht schwanger werden können. Ich habe ein wundervolles und gesundes Kind und alles was jetzt noch kommt ist ein Geschenk! (Danke Julchen für den Satz – welcher mein neues Mantra geworden ist).

Im Februar mussten wir was die Kinderplanung angeht einen Cut machen zwangsweise. Und soll ich Euch was sagen? Es ging mir so gut damit!!! Nicht das ich dem Wunsch nicht mehr nach gehe, ganz im Gegenteil, aber einfach mal Abstand zu bekommen, Gedankenfrei zu sein, nicht unter Druck zu stehen tat einfach unheimlich gut. Umso mehr freue ich mich jetzt – gestärkt mit positiver Engergie das Ganze wieder anzugehen. Wenn es passiert, dann passiert es eben. Es ist mir auch völlig egal ob ich nun in 3 Wochen einen positiven Test in der Hand habe oder erst in 6 Monaten und so lange genieße ich es einfach noch ein wenig unabhängig zu sein und das machen zu können wonach mir grade ist.

Am Wochenende haben wir uns neue Ovulationstest geholt, die in einer Kiste im Bad gelandet sind. Ich weiß nicht so richtig ob ich die machen möchte oder ob ich doch damit noch warte. Die Fehlgeburt ist für mich so weit weg, dass ich damit abgeschlossen habe. Nur noch der heutige Tag hat mich daran erinnert, was ich hätte haben können aber nicht habe… Dafür zeigt mir das Leben jeden Tag was ich habe und nicht haben könnte.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ganz viel positive Engergie und haltet daran fest was ihr habt und nicht haben könntet!

Eure Tanja

Wie geht es weiter – Kinderwunsch

Moin…

Viele von Euch haben meinen Post über unsere zu früh endene Schwangerschaft gelesen, was mich sehr gerührt hat… Danke für Eure Anteilnahme…

In letzter Zeit wurde ich öfter gefragt wie es weiter geht. Wie unsere Pläne aussehen…

Natürlich ist der Wunsch unsere Familie wachsen zu lassen da und das am besten so schnell wie möglich =) Wir haben von den Ärzten das OK bekommen, es neu zu versuchen… Für uns ist es inzwischen wichtig, möglichst keinen Druck zu haben. Inzwischen, weil wir uns seit dem Plan Schwanger zu werden, ziemlich unter Druck gesetzt haben. Es gab kein anderes Thema mehr für mich (an dieser stelle vielen Dank für deine Geduld Melli) außer Schwanger werden. Dan und ich hatten beide eine App auf den Handys die die fruchtbaren Tage errechnete, Ovulationstest wurden gekauft und gegoogelt was das Zeug hielt. Furchtbar dieses verrückt machen!!!! Ach ja – orakelt habe ich dann auch in dem Monat wo ich den positiven Test in der Hand hielt.

Das alles – haben wir für uns beschlossen – auf keinen Fall mehr zu machen. Ich weiß, dass Dan sich eine App wieder runter geladen hat, jedoch verschweigt er es ganz brav =) aber das ist ok… Den Zyklustee den ich von meiner Freundin bekommen habe, der bei ihr über war und so wie sie sagte nichts gebracht hat, durfte ich mit ihrer Erlaubnnis in den Müll werfen… Sich keinen Druck zu machen ist wirklich nicht einfach. Zwischenzeitlich habe ich ein Engelchen und ein Teufelchen auf meinen Schultern die darum streiten, einen Ovulationstest (die die noch übrig sind) zu machen. Oder manchmal höre ich doch sehr auf meinen Körper und denke „Hmm, was war das jetzt wieder für ein Ziehen?“ Ich glaube aber eher, dass es an meiner nicht vorhanden Geduld liegt, dass diese Gedanken da sind… Bis lang jedoch hat der Engel immer gewonnen und mich davor bewahrt den Test zu machen. Weiter so kleiner Engel =)

Ja und so sieht es bei uns aus… Wir nehmen die Zeit wie sie kommt, denn die Zeit bringt alles mit sich. Beim ersten mal schien es so, als wäre es nicht der perfekte Zeitpunkt gewesen, also warten wir. Natürlich hoffen wir jeden Monat aufs Neue, aber hey… wenn es nicht diesen Monat wird, wird es halt der nächste… Deshalb lieben wir uns ja nicht weniger oder sind weniger eine Familie!

That’s the real life! Wir werden sehen was kommt…

Wenn Ihr Fragen habt schreibt sie mir gerne in die Kommentare =)

xoxo bis bald Eure Tanja

 

Schwanger! – Doch der Traum endete…

Hallo…

Ich habe lange überlegt, wie ich am Besten darüber schreibe, was ich schreibe und wie ich diesen Post gestalte… Ich habe bis jetzt keine richtige Idee… und fang einfach mal an…

Dan und ich sind noch nicht so lange zusammen (im Dezember sind es 2 Jahr), trotz dieser kurzen Zeit haben wir uns dafür entschieden, unsere Familie zu erweitern, zu vergrößern… Es dauert auch nicht lange und ich wurde schwanger… Die Zeit davor war ziemlich nervenaufreibend für mich… Einen Monat dachte ich, es hätte geklappt. Hatte wirklich alles – vom Ziehen im Unterbauch bis Morgenübelkeit über spannende Brüste und Sachen die ich liebte schmeckten mir nicht… Nach 3 negativen Schwangerschaftstest war ich ziemlich am Boden zerstört und als dann meine Tage kamen war ich wirklich deprimiert…. Es war der 3. Übungszyklus und es war total dumm von mir mich selbst so unter Druck zu setzen… Eine Woche später erzählte mir meine Freundin sie sei schwanger… Ich hab mich total für sie gefreut und war echt glücklich darüber, dass es bei ihr geklappt hat, doch innerlich wurde der Druck stärker… was definitv völliger Quatsch war… Um mich abzulenken betüddelte ich meine Freundin und es gab nur noch ein Thema… SCHWANGER… In dem folgenden Zyklus benutzten wir den Ovulationstest von Clearblue… Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass Dan nur am Wochenende nach Hause kam, weil er für einen Lehrgang in eine andere Kaserne musste… Ich hatte versucht mir den Druck zu nehmen, war ziemlich genervt von dem ganzen „verrückt machen“ und dachte es würde es nicht klappen… 2 Wochen später hatte ich einen POSITIVEN Schwangerschaftstest gemacht… Ich rief meine Freundin an – schickte ihr ein Foto vom Test… Ich war ziemlich überfordert und dachte das kann doch nicht sein… Aber es war so… Am nächsten morgen machte ich noch einen… und auch der zeigte einen zweiten zarten Strich… Ich rief meine Freundin an die Schwanger war und erzählte es ihr… Ihre antwort war „Herzlichen Glückwunsch“… Das Ganze war für mich zu viel… Freude, Zweifel und Glück waren meine Begleiter… Ich habe bei Dan angerufen und ja das war eine ganz blöde Idee, weil ich es ihm ganz anders sagen wollte… Es musste raus… Ich war schwanger – wir bekommen ein Baby!!!

Auf der Arbeit herrschte zu dem Zeitpunkt nicht grade das beste Arbeitsklima… Aber es war mir egal denn die Glückshormone waren im Überfluss… Als ich getest habe war ich in der 4.SSW. Zwei Wochen später in der 6.SSW, hatte ich leichte Blutungen, kurz vor Dan’s Geburtstag. Ich bin zum Gyn, es wurde ein Ultraschall gemacht und ich war so glücklich unser Baby zu sehen, obwohl mir klar war das eine Fehlgeburt droht… Ich sollte mich ein wenig schonen und Magnesium nehmen… Für uns stand aber die ganze Zeit fest, dass wenn „Mutter Natur“ sich gegen unser Baby entscheidet, wird das einen triftigen Grund haben, den wir akzeptieren! Zwei Tage später hatte ich einen Kontrolltermin… Das Baby war da und es ist gewachsen… Dan ist extra Donnerstag schon Heim gekommen um dabei zu sein… Der Gyn sagte, ich dürfte alles machen aber nur noch mit 80% anstatt 100%! Es war also da wo es sein sollte, es wächst und wir waren ein Stück näher am Eltern sein… Wir haben unseren Freunden und Verwandten die Nachricht überbracht, yes wir werden Eltern… Leon freute sich auch und nannte den kleinen Wurm liebevoll August…  Nach dem Geburtstag von Dan, sind wir nach Dresden gefahren in den Urlaub… Auch da verlief alles gut.. Mir war schlecht und war oft erschöpft. Natürlich sind wir mit Erlaubnis des Arztes gefahren, mussten aber einen Tag eher als gedacht zurück kommen. Nochmal ein Kontrolltermin, auch hier war Dan an meiner Seite… Wir trauten unseren Augen nicht… Das Herz schlug und es war so wundervoll den kleinen Wurm zu sehen wie er da in meinem Bacuh heranwuchs… Glück, Freude, Stolz… Eine Träne kullerte mein Gesicht runter und es war wirlkich unbeschreiblich… Jede Frau die das schon einmal durchgemacht hat, weiß wie es ist…Ich bekam meinen  Mutterpass und ich war offiziell eine werdende Mama. Mein Urlaub war dann zu Ende.. die Übelkeit allerdings nicht… Ich bin wieder zum Gyn, aber nur für eine Krankmeldung… Kein Ultraschall, keine  Untersuchung… Am Wochenende danach (Ende Juli) wollte ich es meinen Kur-Mädels erzählen, doch ich hatte ein ganz ganz doofes Gefühl dabei… Mein Gedanke war „wenn du das jetzt den Mädels erzählst und am Montag wieder zum Gyn gehst, stellen sie fest das du eine Fehlgeburt hast“.

Was soll ich sagen? Genauso war es auch… Am Wochenende bekam ich bräunlichen Ausfluss nicht schlimm aber es war da.. sowie zu Anfang bei den Blutungen, dachte somit an nichts schlimmes… Am Montag bin ich dann wieder zum Gyn, erzählte ihr von der Übelkeit was der eigentliche Grund meines Termines war und das ich diesen bräunlichen Ausfluss hatte… Sie sagte gleich das wir uns das anschauen müssen – es folgte ein Ultraschall…

Ich sah es sofort (Nachteil wenn man Ultraschallbilder selber „deuten“kann) das Herz schlug nicht mehr, das Baby ist nicht mehr gewachsen… Es muss ein zwei Tage nach dem Kontrolltermin passiert sein.. Die Größe entsprach der 8. Woche und ich war eigentlich in der 11.SSW. Ich zog mich an… Diagnose: Missed Abortion… Ich war sehr gefasst, denn mir war klar, dass es einen Grund gab dieses Baby nicht zu bekommen, auch wenn ich das nicht selbst entscheiden durfte. Wir klärten das weitere Prozedere… Ich bekam eine Überweisung zur Auschabung und musste in die Gyn-Ambulanz.. Draußen vor der Praxis schrieb ich mit zittrigen Händen meiner Freundin und meiner anderen Freundin… Ich rief meine Mom an, sie musste Leon von der Schule abholen, da ich eventuell gleich die Ausschabung bekommen sollte… Ich habe Dan geschrieben, dass er mich sofort anrufen soll. Das Handy klingelte und dann kam es aus mir raus… Alles was ich im ersten Augenblick sagen konnte war „Wir haben das Baby verloren“. Ich wusste nicht wie ich es sagen sollte… wie beschönigt man so etwas? Ich sammelte mich, atmete tief durch und erzählte ihm von der Untersuchung…

Nach dem Telefonat ging ich in die Ambulanz (die Gyn-Praxis ist bei dem Krankenhaus in dem ich arbeite und ich wollte die OP auch in dem Krankenhaus machen lassen – Heimvorteil!). Da wurde auch noch einmal ein Ultraschall gemacht. Der OP-Termin war 4 Tage später am Freitag… So lange musste ich also warten, hätte ich bis dahin eine starke Blutung bekommen wäre ich dazwischen geschoben worden… Die Aufklärungsgespräche interessierten mich nicht, die Aufklärungsformulare füllte ich aus und unterschrieb sie… Ich wollte gar nicht wissen was da so geschieht… In zwischen war ich wieder ganz ich… Die Traurigkeit war verflogen, Gedanken habe ich mir wenig gemacht… Meine Mom kam noch ins Krankenhaus und versuchte mich abzulenken… ich weiß, dass sie es lieb gemeint hatte und für mich da sein wollte was sie ja auch war, doch genau das wollte ich grade nicht… sie versuchte mich abzulenken und erzählte mir Dinge, die ich heute nicht mehr weiß… ich war genervt und wollte das alles alleine machen… Während der Wartezeit informierte ich meine restlichen Freunde… Esmeralda hat mich angerufen und mir ein wundervolles Angebot das aus DVDabend Chips und eine Nacht mit ihr auf dem Sofa zu verbringen (Babe, genau dafür liebe ich dich so sehr!!!) bestand, welches ich echt gern angenommen habe… Leon blieb bei meinen Eltern die Nacht (es waren noch Ferien und er war abgelenkt) und ich fuhr nach Hamburg… Die Stadt die mich atmen lässt, die meine Sorgen mit nahm und in Vergessenheit geraten lässt… Der Abend bei Esmeralda tat mir so unfassbar gut… Wir sprachen ganz offen darüber, selbst wenn ich hätte weinen müssen, hätte ich gewusst das ich mich nicht schämen müsste… Wir schauten Filme, aßen Chips, kuschelten in den Decken und kissen und irgendwann schliefen wir ein…

Ich hatte Angst, Angst wie die OP laufen würde… Was mit Leon passiert, wenn ich von der Narkose nicht mehr aufwachte… Was ist, wenn ich danach keine Kinder mehr bekommen würde? Die Vorstellung, das ein OP Team mich so intim sehen würde, ohne das ich mich wehren könnte, willenlos auf dem OP Tisch liegen, löste in mir pure Angst und Übelkeit aus… Der Gedanke das unser Baby seit 3 Wochen in mir ist, ohne Lebenszeichen, war für mich mit das schlimmste… Ich kam an einen Punkt an, an dem ich es nur noch raus haben wollte und hoffte sehr, dass ich starke Blutungen bekäme…

Die Woche zog sich wie Kaugummi…Mit meiner Freundin Bea konnte ich in dieser Zeit ganz viel und ganz offen drüber reden, denn bei ihr wusste ich, dass sie weiß, wie ich mich fühle… Am Donnerstag kam Dan nach Hause und zeigte mir auch hier wieder, dass er der  wundervollste Mann (neben Leon) in meinem Leben ist…. Am Freitag ging es dann für mich ins Krankenhaus. Mein Stiefdad holte Leon aus der Schule und wartete mit ihm bei uns Zuhause… Mein Bruder, meine Mom, Dan und Esmeralda waren die ganze Zeit an meiner Seite… ich lag mit einer Frau im Zimmer die dasselbe erlebt hat wie ich und auch ihre Ausschabung bekam.. Auch hier ließ mich das Leben wissen, dass ich nicht alleine war… Das Prozedere lief so an mir vorbei, umziehen für die OP, die „Scheißegal-Tablette“ wurde genommen und dann ging es los in den OP… Bevor der Anästhesist die Narkose setzte, verabschiedete ich mich von unserem Baby. Mein letzter Gedanke bevor ich ganz weg war, war jedoch Leon.

Die OP verlief gut. Es kamen keine Nachblutungen, keine Schmerzen – nichts. Super! Ich durfte am gleichen Tag nach Hause. Es war noch Bettruhe angesagt, auf Grund der Narkose. Für mich war die Situation ok, für Dan wurde es da erst richtig real, was wir verloren haben. Natürlich hat er es genauso realistisch gesehen wie ich. Doch diese Endgültigkeit, das unser Baby, unser gemeinsamer Wunsch, die lebenlange Verbindung zwischen uns weg nicht mehr da ist und nicht wieder kommen wird,  machte ihn sehr traurig. Ich war noch Krank geschrieben, den ganzen August und das war auch gut so. Ich brauchte Zeit für mich das ganze Revuée passieren zu lassen. Es zu realisieren wie es weiter geht. In dieser Zeit bin ich bei youtube auf eine Vloggerin aus London gestoßen. SJ von SJ Blogs  hat ein video hochgeladen, wo es um ihre Fehlgeburt ging und wie es ihr anschließend ging. Sie hat mich so inspiriert und war/ist so sympathisch und das ich ihren Kanal gleich abonniert habe… Eine wundervolle und starke Frau mit vielen parallelen zu mir =) Sie hat mir gezeigt, dass man nicht in ein Loch fallen muss, nach einer Fehlgeburt! Dass, das Leben weiter geht und das man nicht aufgeben darf! SJ ist seit diesem Jahr Mama von dem super süßen Teddy (sein eigentlicher Name ist Theodore).

An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen Freunden und meiner Familie bedanken- ganz besonders bei Dan, Melli, Bea und Esmeralda – Ich liebe euch so sehr! In der Zeit habe ich noch einmal richtig gemerkt wie wichtig mir meine Freunde sind. Sie haben mich besucht, mich abgelenkt, uns unterstützt und ich konnte darüber reden, wie es mir ging, wie ich das ganze empfunden habe und ich durfte einfach ich sein! Das tat mir so gut, einfach in den arm genommen zu werden und zu wissen was ich für tolle Menschen in meinem Leben haben die mich Tag für Tag begleiten!

Bis bald

Eure Tanja