1 von 5 – 1 Jahr Fernbeziehung

Moin Ihr Lieben,

es ist geschafft… das erste Jahr unserer Fernbeziehung ist geschafft. Folgen somit nur noch 4. Das Jahr ging so wahnsinnig schnell rum das wir guter Dinge sind, dass die nächsten 4 auch so  verfliegen, zumindest was die Wochenend-Beziehung angeht.

Was hat das Jahr mit uns als Paar/Familie gemacht?

Es gab keinen Tag wo wir nicht kommuniziert haben. Meistens tatsächlich über Whats-App, aber auch nur, weil es einfach schneller geht. Unsere gemeinsame Zeit ist das Wochenende und der Urlaub. Dennoch hat jeder von uns beiden seinen Freiraum. Dan geht zum Sport und ich treff‘ mich mit meinen Freunden. Auch wenn wir die Wochenenden ohne den anderen unterwegs sind ist es für uns wichtig, dass wir entweder Freitag oder Sonntag noch genügend Zeit zusammen haben.

Wir vertrauen einander blind und können uns auf den anderen verlassen. Sicherlich gibt es auch die eine oder andere Situation in der man sich wünscht das der Partner an der eigenen Seite ist. Wir wussten es von anfang an und somit konnten wir uns darauf vorbereiten.

Wir haben uns nicht auseinander gelebt oder lieben uns weniger. Dafür gibt es ja auch keinen Grund.

Quality-Time für Leon wird hier groß geschrieben. Uns ist es wichtig, dass Leon auch alleine Zeit mit Dan verbringen kann, egal ob am Wochenende gezogt wird oder ein ganzes Wochenende DVD geguckt wird.

Was hat die Fernbeziehung von uns gefordert?

Dan fährt jedes Wochenende 800km nur um zu seiner Familie zu kommen. Das ist nicht unbedingt das was man unter dem normalem Pendeln versteht. Jeden Freitag und jeden Sonntag ist er gute 4 Stunden unterwegs. Es kostet Zeit und Energie.

Er musste seinen Sport reduzieren und kann nicht mehr an so vielen Events teilnehmen.

Für mich hat die neue Situation meinen Job „gekostet“. Am Wochenende in der Klinik zu hocken und Nachtdienste zu schieben, passte einfach nicht mehr in unser Familienmodell und somit musste ein neuer Job her.

Ich bin für vieles jetzt wieder allein verantwortlich, muss organisieren und planen – ein Vorteil wenn das Kind so groß ist. Auch die Schwangerschaft ist jetzt zum größten Teil meine Sache, weil er einfach nicht da sein kann.

In manchen Momenten gibt es auch mal Gewissenskonflikte weil der andere einfach gerade nicht da ist. Bei Dan mehr als bei mir.

Natürlich ist auch das Liebesleben eingeschränkt. Logischerweise wenn man nur 3 Tage zur Verfügung hat. Was für uns das erste halbe Jahr wirklich schwer war mit unserem Kinderwunsch.

Gibt es Vorteile an der Fernbeziehung?

Für mich definitv =) Ich war vor Dan jahrelang mit Leon alleine und habe für uns einen Rhytmus erarbeitet mit dem wir am besten zu recht kommen. Dieser Rhytmus änderte sich als Dan zu uns kam. Inzwischen haben wir unseren „alten“ Rhytmus wieder und ich würde behaupten das er wirklich entspannt ist.

Wenn man soweit von einander entfernt ist, kann man sich einfach nicht so leicht auf den Sack gehen.

Man lernt die wenige Zeit die man mit einander verbringt einfach ganz anders zu schätzen und zu lieben. Man ist Dankbar für das was man zusammen erlebt.

Ich kann wieder zeitiger ins Bett gehen… hört sich jetzt zwar egoistisch an aber es ist so. Ich brauche einfach meinen Schlaf und davon so viel wie möglich. Es wird noch witzg werden, wenn das Baby da ist.

Wir haben neue nette und liebenswerte Menschen kennenlernen dürfen.

Was war schlimm oder traurig in dem Jahr?

Die schlimmste Situation war als Leon letztes Jahr seine Blinddarm-OP hatte und Dan nicht da sein konnte. Und das war in der 3. Woche, also noch ganz am Anfang des Jahres.

Ich fand es schade, dass ich ihm übers Telefon sagen musste, dass der Schwangerschaftstest positiv war.

Als ich nachts mit unserer Paula zum Tierarzt musste und eine Not-OP im Raum stand.

Rituale die Helfen…

Jeden Sonntag wenn Dan ins Auto steigt und los fährt winken wir ihm bis er nicht mehr zu sehen ist.

Jeden Sonntag klatschen Leon und ich ab und sagen „Team Leon und Tanja sind am Start“.

Montag ist der neue Putztag bei uns. Da in der Woche keiner da ist der es unordentlich macht. =)

Wir legen ganz viel Wert auf eine vernünftige und liebevolle Verabschiedung und das Dan Bescheid sagt, wenn er angekommen ist.

Für uns ist es auch wichtig, dass wir uns Absprechen. Wenn Dan kein frei bekommt, Leon aber kurze Ferien wie zu den Zeugnissen hat, fahren wir einfach zu ihm um etwas „Alltag“ zu haben und zusammen sein können.

Wir sind sehr gespannt wie sich das nächste Jahr gestalten lässt mit Teenie und Baby und Hund. Vermutlich wird es nicht einfach und mit Sicherheit auch verdammt anstrengend. Wir haben uns aber für diesen Weg entschieden und schauen einfach wie es funktioniert. Neue Pläne kann man immer machen, nur müssen sie halt gut geplant sein. Momentan gibt es für uns einfach keine andere Alternative. Ich habe zur Unterstützung meine Familie und Freunde vor Ort. Leon hat seine Freunde hier und macht in zwei Jahren seinen Abschluss. Wir haben eine schöne bezahlbare Wohnung mit Garten, auch wenn ein Zimmer fehlt, aber mich stört es nicht mit dem Baby in eine Zimmer zu sein – im Gegenteil ich bin ja auch ein großer Freund was das Familienbett angeht. Ich denke, dass es für Dan eine schwierige Zeit sein wird, da er einfach nicht am direkten Geschehen teilnehmen kann.

Liebe und Familie kennen keine Distanz oder Kilometer.

Wer von Euch führt denn auch eine Fernbeziehung und wie geht Ihr damit um? Lasst mir Eure Geschichten da.

Eure Tanja

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