Neue Prioritäten und Struktur im Alltag

Moin Ihr Lieben!

Jeder der schwanger ist oder war, weiß dass diese Zeit etwas mit einem macht. Veränderungen sind ab dem positiven Test an der Tagesordnung. Nicht nur das man bestimmte, in meinem Fall meine Lieblingsdinge nicht essen darf, alle paar Wochen zum Arzt muss, man völlig Hormongesteuert durch den Alltag wandelt und einfach alles anders ist. Man macht sich pläne und versucht schon mal einiges zu organisieren und dank des Nestbautriebs auch schon vorzubereiten.

Ich habe seit Mitte November ein betriebliches Beschäftigungsverbot, dass heißt das mein Arbeitgeber mich freigestellt hat, bei weiterer Lohnfortzahlung. Tja, an sich eine schöne Sache, da man sich voll und ganz auf die Schwangerschaft konzentrieren kann. Für jemanden wie mich, die ihren Job liebt und gerne macht ein bisschen schwierig, Nun gut, irgendwie musste ich mich ja jetzt dran gewöhnen meine neu gewonne Zeit rum zu kriegen.

Was macht man nun den ganzen Tag daheim? Fürs Babyshopping ist es noch zu früh und so richtig ist mir da noch nicht nach. Die Wohnung ist auch irgendwann sauber, die Wäsche gemacht und die To-Do-Liste so gut wie abgearbeitet. Am Anfang hatte ich meine Geburtstagsparty geplant und organisiert, dann kam die Vorweihnachtszeit und die Feiertage. Doch was ist jetzt? Was mache ich den ganzen lieben langen Tag?

Ich machte mir einen Plan. Ich habe mich hingesetzt und mir überlegt was jetzt gerade auf die Prioritätenliste gehört. Welche „großen“ Veränderungen kommen noch auf uns zu? Was müssen wir bedenken für ein Leben zu viert? Ich brauchte eine neue Strukturierung, eine neue Ordnung in meinem Alltag, die sich auch bewährt wenn das Baby da ist. Schließlich wäre es ja Qautsch dies nur für die nächsten 4 Monate zu machen.

Meine neue Prioritätenliste

Leon und ich fingen an einen Essensplan zu entwerfen. Jeder Freitag setzen wir uns nach dem Mittagessen hin und überlegen, was wir in der nächsten Woche essen möchten. Daraufhin haben wir beschlossen nur noch diese Dinge einzukaufen, die wir auch wirklich für die Gerichte brauchen. Geld sparen und den Konsum minimieren. Ich koche jeden Tag das Mittagessen und Leon freut sich, dass es fertig ist wenn er aus der Schule kommt. Durch den Plan probieren wir auch neue Rezepte aus, damit wir nicht immer dasselbe essen. Ich hasse es total wenn ich nicht weiß, was ich zu Essen machen soll und frage ich die Jungs heißt es „Mir egal“.

Wo wir auch schon zu Punkt zwei kommen. Es hat mich super gestört, dass ich die ersten Wochen der Schwangerschaft auf Grund der Übelkeit nur vor mich hin vegetiert habe. Es blieb alles liegen. Die Wäsche häufte sich und die Hundehaare führten schon fast ihr Eigenleben. Es hat mich gestört, dass ich nicht konnte wie ich wollte. Jetzt sieht es anders aus. Es geht mir hervorragend und ich hab mehr Energie und so lange das gerade der Status ist, nutze ich es aus. Ich erledige Dinge direkt und versuche möglichst nichts liegen zu lassen. Ich versuche im Haushalt die DInge so zu erledigen, dass ich Zeit spare. Den Geschirrspüler stelle ich zum Beispiel über Nacht an, damit er morgens fertig ist. Ich räume abends bevor ich schlafen gehe das Wohnzimmer und die Küche auf. Ich frage Leon abends schon, was er nächsten Morgen zum Frühstück essen möchte, damit ich es schon vorbereiten kann. Sobald ich eine Waschmaschinenladung voll habe, wird gewaschen und getrocknet.

Punkt 3 meiner neuen Liste ist das wir Platz brauchen. Wir leben zwar in einer 120qm2 großen Wohnung über zwei Etagen, haben aber nur 3 Zimmer. Das Baby wird bei uns mit im Schlafzimmer schlafen, da ich nicht möchte, das Leon sein Zimmer mit einem Baby teilen muss. Um Platz zu schaffen und unser neues Familienmitglied willkommen zu heißen, mussten wir ausmisten, umräumen und aussortieren. Dank der kleinen, süßen und charmanten Japanerin Marie Kondo flog hier einiges raus oder landete bei eBay Kleinanzeigen. Ich fand es enorm was man für Sachen besitzt die man entweder nicht braucht, seit Monaten nicht mehr benutzt hat oder von deren Existenz man nichts mehr wusste.

Nummer 4 meiner Liste – Dinge tun die mir gut tun. Durch den vorherigen Schichtdienst, den ich in der Klinik hatte und ich durch den Jobwechsel selten vor 18.00 Uhr Zuhause war, blieb es ein wenig auf der Strecke , dass ich meine Freunde treffen konnte. Zusätzlich ist es jetzt auch eine gute Alternative, das mir nicht die Decke auf den Kopf fällt. Freundschaften sind wichtig und müssen gepflegt werden. Nicht nur das, sondern ich schaue auch das ich einfach Dinge unternehme, die sich für mich gut anfühlen. Auch wenn das jetzt egoistisch klingt, jedoch weiß ich das dieser Punkt vermutlich wirklich nur bis zur Geburt auf der Liste sein wird. Somit gehe ich zur Schwangeren-Massage, mache einen Schwangeren Schwimmkurs, fahre mit meiner besten Freundin ein Wochenende weg und mit der anderen Freundin ins Musical. Ich lese ein Buch, ganz in Ruhe oder gehe einfach bei schönem Wetter spazieren.

Mein letzter und ein sehr entscheidender Punkt dieser Liste ist das Geld sparen. Jetzt denkt Ihr sicherlich wie kontrovers das ist, wo ich doch gerade geschrieben habe, was ich alles unternehmen will. Aber ja, so ist es! Ich möchte Geld sparen, nicht nur weil die Anschaffung der Babysachen ansteht, sondern auch weil ich bewusst meinen Konsumverbrauch minimieren möchte. Durch das Aufräumen und Aussortieren ist mir klar geworden, dass ich nicht so viel besitzen möchte was ich nicht benötige. Bevor ich jetzt etwas kaufe, überlege ich, ob ich diesen Gegenstand wirklich benötige. Wenn ja, dann geht mein Gedankenkarussell weiter, benötige ich es jetzt sofort oder kann es noch warten bis wirklich das Geld ÜBER ist. Wenn nein, dann kaufe ich es erst gar nicht.

Seit dem ich meine Prioritäten anders gesetzt habe, ist mein Alltag wirklich besser strukturiert. Ich muss nicht zwischendurch los, weil ich was vergessen habe einzukaufen. Meine Entschiedungen treffe ich bewusster und nicht mehr so leichtsinnig. Ich spare an Zeit und nutze die gewonnene Zeit viel bedachter und mehr mit Leon.

Mir ist bewusst, dass sich meine Liste, zumindest ein Teil davon ändern wird, wenn das Baby da ist. Zur Zeit ist diese Umstrukturierung etwas, was mich glücklich macht und was sich für mich bzw. uns richtig anfühlt und darauf kommt es an.

Bis bald

Eure Tanja

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.